Dieser Winter wird kalt!

Nein, nicht weil der Golfstrom abgerissen oder verschwunden wäre, sondern weil hier in der Steiermark die Maulwurfhügel grösser sind als normal. Du lachst, mein lieber Freund, aber diese Vorraussage ist besser fundiert als alle Golfstromgeschichten. Die Bauern wissen aus Jahrzehnte langen Beobachtungen, dass, wenn die Maulwürfe im Herbst tiefer graben und so vor der bevorstehenden Kälte in die Tiefe des Erdreichs flüchten, deren Erdhügel auf Feldern und Wiesen grösser werden. Ein zuverlässiges Indiz bäuerlicher Langzeitwetterprognosen! Schnittpunkt2012 berichtet.

Auch russische Metereologen bzw. Wissenschaftler haben einen harten und kalten Winter vorausgesagt. In Moskau und anderen grösseren Städten bereiten die Russen zusätzliche Unterkünfte für die Obdachlosen vor. Die Meldungen aus dem Osten besagen allerdings, dass angeblich der Golfstrom abgerissen oder verschwunden wäre. Diese warme Meeresströmung aus dem Golf von Mexiko ist für das milde Klima in Europa verantwortlich. Gäbe es den Golfstrm nicht, so wären die Winter hierzulande wesentlich kälter.

Ich bin der Frage nachgegangen, ob der Golfstrom tatsächlich verschwinden oder abreissen kann. Dazu muss man das Prinzip des Golfstroms und allen anderen Meeresströmungen kennen. Die Ozeane sind ständig in Bewegung – in Form von Strömungen. Der im tropischen Atlantik herrschende Passatwind treibt große Mengen warmen Wassers aus dem offenen Atlantik nach Westen. Die Küste von Nordamerika wirkt wie eine Staumauer und lässt das Wasser entlang der Küste nach Norden abfliessen. Davor gerät ein grosser Teil zwischen Nord- und Südamerika, wo der Golf von Mexiko liegt. Diese ständige Westbewegung des Wassers drängt Wasser aus dem Golf an der amerikanischen Küste nach Norden. Der Golfstrom hat hier seinen Ursprung.

Der Golfstrom befördert etwa mehr als einhundertmal so viel Wasser, wie über alle Flüsse der Welt zusammen ins Meer fließt. Er transportiert etwa 5 Petawatt Leistung. Dies entspricht der Nutzleistung von ungefähr vier Millionen modernen großen Kernkraftwerken.

Der Name Golfstrom wurde von Benjamin Franklin geprägt und bezieht sich auf den Golf von Mexiko. Früher wurde er auch „Floridastrom“ genannt, auf den Karten des 16. und 17. Jahrhunderts heißt er Canal de Bahama.

Wenn eine derart grosse Masse wie der Golfstrom in Bewegung ist, so würde ein Abbremsen mehrere Jahrzehnte dauern. Es ist wie bei einem Auto, je schwerer es ist, umso länger wird der Bremsweg. Und wenn man sich den “Bremsweg” von Ozeanriesen ansieht, die einige Seemeilen zum Stillstand benötigen, so bekommt man eine Vorstellung davon, dass der Golfstrom so einfach nicht verschwinden oder abreissen kann …

Also kann es gar nicht sein, dass ein kalter Winter heuer auf Probleme mit dem Golfstrom zurückzuführen ist.

Was müsste passieren, dass der Golfstrom gestört wird? Die Wissenschaft geht von zwei möglichen Szenarien aus, die sie allerdings beide als eher unwahrscheinlich bezeichnet …

Wenn sich die Rotation der Erde ändert. Dies kann nur durch ein Kippen der Erdachse passieren. Man spricht von einem geografischen Polsprung. Dabei könnte es sein, dass durch das Kippen der Erdachsen die geografische Rotation verändert wird. Die weltweiten Meeresströmungen würden sich dadurch ändern und eine mögliche Veränderung des Golfstroms wäre für uns Menschen das wahrscheinlich geringste Problem. Gewaltige Tsumanis würden auftreten und grosse Teile der Landmasse kurzzeitig überfluten. Ebenso würde, wie das Wasser auch, die gesamte Erde “arbeiten” und an vielen Teilen aufbrechen – Gigantische Erdbeben und Vulkanausbrüche wären zu erwarten. Beruhigen würden sich die Elemente erst dann, wenn die Erde wieder ihren neue Lauf, ihre neue Bahn gefunden hat. Ein Prozess, der wahrscheinlich mehrere Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte andauern könnte. Passiert ist dies in der langen Geschichte unseres Planten einige Male!

Die andere Möglichkeit ist eine grundlegende Veränderung der weltweiten Jetstreams. Das sind Winde in grossen Höhen, die sehr viel Einfluss auf unser Klima haben. Würden sich diese Jetstreams so gravierend ändern, dass die Passatwinde in Afrika ausbleiben oder in eine andere Richtung blasen, würde weniger Wasser von Afrika in Richtung Amerika gedrückt werden. Doch auch hier gilt, würden sich die globalen Jetstream grundlegend ändern, so würde auch weltweit eine Klimaveränderung eintreten. Und zwar auf jeden Kontinent.

Denn sowohl die Jetstreams wie auch die globalen Ozeanströmungen wird es immer geben. Sie werden durch die Corioliskraft angetrieben. Eine Trägheitskraft, die durch die Erdrotation entstanden ist. Und solange die Erde sich dreht – was sie auch noch sehr lange tun wird – solange wird es die Corioliskraft geben. Und solange es keinen Polsprung und keine grundlegende Veränderung der Jetstreams gibt, so lange wird der Golfstrom existieren und uns mit mildem Klima beglücken.

Dass es trotzdem ein kalter und harter Winter werden wird, muss andere Gründe haben. Laut Metreologen ist allerdings eine seriöse Voraussage über Wochen und Monate nicht möglich. Also halten wir uns an die Bauern, die wissen anscheinend mehr, nur weil sie die Natur beobachten …

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